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«Gut gemeint genügt nicht»

FOTO UND TEXT: Hans-Jürgen John


«Gut gemeint genügt nicht» – Hans-Jürgen John
 

Gut gemeint genügt nicht - Hans-Jürgen John - Klaus J. Stöhlker rastlos im Einsatz für Joseph S. Blatter
Gut gemeint genügt nicht – Hans-Jürgen John – Klaus J. Stöhlker rastlos im Einsatz für Joseph S. Blatter

Klaus J. Stöhlker, 74, gab nach der Pressekonferenz über die Zukunft Blatters kurz vor Weihnachten ein paar Tipps für die Karriere.

Herr Stöhlker, Sie sind ein gefragter PR-Berater. Heute sind Sie mit Joseph S. Blatter vor der Weltpresse hier. Was raten Sie einem ehrgeizigen Menschen am Anfang seiner Berufslaufbahn?

Er oder sie muss sich in der heutigen globalisierten Welt ein genaues Ziel setzen, denn die Zahl guter Konkurrenten ist gross. Fleiss ist entscheidend, um in gute Positionen hineinzuwachsen. Je höher man steigt, desto mehr muss die Sozialkompetenz mitwachsen. Stabile familiäre Verhältnisse sind eine wesentliche Voraussetzung für den dauerhaften Vorstoss in die Führungselite.

Sie sind Spezialist für Vernetzung und Kommunikation. Wie haben Sie Ihr Netzwerk aufgebaut?

Seit meinem 14. Lebensjahr habe ich täglich mindestens zwei neue Menschen kennen gelernt. Viele sind dann später durch das Netz gefallen, laufend kommen neue hinzu. Mit ihnen wächst mein Wissen und ebenso die Zahl der Kontakte.

Wie sollen Netzwerke gepflegt und bei der Arbeitssuche genutzt werden? Was raten Sie Berufstätigen?

Wer Netzwerke für die Arbeitssuche nutzen will, muss wenige und starke Signale aussenden. Die Kunst, diese zu formulieren und darzustellen, will gelernt sein.

Gut gemeint genügt nicht.

Klaus J. Stöhlker

Was halten Sie von den Social-Media-Plattformen LinkedIn und Xing?

Wirklich anspruchsvolle Aufgaben erhält man kaum über die sozialen Netzwerke. LinkedIn und Xing können Anhaltspunkte oder Erstkontakte bieten, mehr aber auch nicht. In der Praxis ist ein einfacher Telefonanruf bei der richtigen Person oft der richtige Weg. Grosse Dossiers für den Erstkontakt sind meist eine noch grössere Verschwendung.

Sie sind 74 Jahre alt. Das Wort «Rentenalter» scheint ein Fremdwort für Sie zu sein.

Ein gebildeter Mensch geht nicht in Rente. Wo der Kopf das entscheidende Arbeitsinstrument ist, kann man dieses nicht in einem beliebigen Jahr abstellen. Der Sach- und Praxisintelligenz der Jugend kann ich eine ausserordentliche Erfahrung ergänzend zur Verfügung stellen. Ich rieche Risiken und Gefahr auf Kilometer im Voraus; ausserdem weiss ich sofort, ob ein Programm oder eine bestimmte Massnahme jene Durchschlagskraft hat, die man von ihr erwartet. Phantasie in der Jugend und Disziplin im Alter, das passt gut zusammen.

Dieser Artikel wurde am 23.12.2015 auf www.derarbeitsmarkt.ch veröffentlicht.

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